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36 Elemente
der Eucharistiefeier

Eröffnung und
Wortgottesdienst
Gabenbereitung
Hochgebet
Kommunionfeier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eröffnung und
Wortgottesdienst
Gabenbereitung
Hochgebet
Kommunionfeier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Eröffnung und
Wortgottesdienst
Gabenbereitung
Hochgebet
Kommunionfeier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eröffnung und
Wortgottesdienst
Gabenbereitung
Hochgebet
Kommunionfeier

Der Besuch und die Mitfeier der heiligen Messe gehört für uns als Christen ganz selbstverständlich zu den Grundelementen unseres Glaubens. Doch gerade weil es so selbstverständlich ist, macht man sich oft nicht viele Gedanken darüber, was in der heiligen Messe eigentlich geschieht. Aus diesem Grund sollen die einzelnen Elemente des Gottesdienstes und ihre tiefere Bedeutung auch bei der heiligen Messe selbst kurz vorgestellt werden. Dazu wird jeweils unmittelbar vor dem entsprechenden Element eine kurze Einführung verlesen.

Eröffnung

1. Der Altarkuss

Die Messe beginnt nicht mit einer Begrüßung der Anwesenden oder mit einem Kreuzzeichen. Die Messe beginnt damit, dass sich der Priester direkt und wortlos zum Altar wendet und diesen mit einem Kuss begrüßt.
Er grüßt den Ort, an dem Christus unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig wird, er verehrt den Altar mit einer wortlosen Handlung, wortlos, aber bedeutungsvoll und innig.
Der Priester begrüßt den Tisch des Herrn mit einem Kuss und verehrt damit den Altar als Mittelpunkt und Herz der ganzen Eucharistiefeier.
Auch am Ende der Eucharistiefeier, nach der Entlassung des Volkes, küsst der Priester wieder den Altar. Der Altarkuss rahmt also die ganze Eucharistiefeier ein.
Er macht gleich zu Beginn deutlich, worauf sich die ganze Aufmerksamkeit während der Feier richten muss, auf Jesus Christus.

2. Das Kreuzzeichen

Wenn es eine Geste und ein Gebet gibt, das den Gläubigen kennzeichnet, dann ist es wohl das Kreuzzeichen. Bei der Taufe bezeichnen Priester, Eltern und Paten die Stirn des Kindes mit dem Zeichen des Kreuzes, die letzte Ehre, die man einem verstorbenen Christen erweist, ist das Kreuzzeichen über dem Sarg. Das Leben jedes Christen spielt sich ab zwischen Kreuzzeichen.
Auch das Gebet des Gläubigen wird eingerahmt vom Zeichen des Kreuzes. Die Eucharistiefeier ist ebenfalls umschlossen vom Kreuzzeichen nach dem Altarkuss und dem Schlusssegen. Es macht uns klar" dass wir nicht aus eigener Kraft zusammenkommen, sondern auf Einladung Gottes hin. Zugleich bedeutet das Kreuzzeichen für uns die Mahnung, uns daran zu erinnern, dass wir von Gott auserwählt wurden, die heilige Eucharistie zu feiern, weil wir in der Taufe zu seinen Kindern geworden sind.

3. Die Begrüßung der Gläubigen

Nach dem Kreuzzeichen werden wir mit Redewendungen aus der Hl. Schrift begrüßt. Dadurch soll uns Christen deutlich gemacht werden, dass Gott selbst zu uns spricht.
Somit ist das erste Wort, das in der Hl. Messe gesprochen wird nicht Menschenwort, sondern Gottes Wort.
Gott versichert uns mit den Worten: "Der Herr sei mit Euch", dass wir Erhörung finden werden, noch ehe wir Gott darum gebeten haben.
Schließlich soll uns Christen bereits zu Beginn der Feier der Eucharistie die unwiderrufliche Verheißung Gottes selbst erklingen: Ich bin mit dir. –Setze dein Vertrauen nur auf mich, ich weiß alles, was du brauchst.
Die Begrüßung ist somit letztlich ein Geschenk Gottes an uns alle.

4. Das Allgemeine Schuldbekenntnis

Nach der Begrüßung ruft der Priester alle Gläubigen auf, gemeinsam mit ihm das Schuldbekenntnis zu beten. Das Schuldbekenntnis ist ein Bußakt, eine Vorbereitung auf den Wortgottesdienst sowie auch auf die Eucharistiefeier. Wir rufen die selige Jungfrau Maria und alle Engel und Heiligen dazu auf, um bei Gott Fürsprache für uns arme Sünder einzulegen. Zunächst sollen wir uns besinnen und in uns hineinhorchen, dass wir in Gedanken, Worten und Werken gesündigt haben. Wenn wir beten "Meine schuld, meine Schuld, meine große Schuld" klopfen wir uns dreimal schuldbewusst an die Brust. Wir bitten Gott inständig um Verzeihung und Vergebung. Durch die Gegenwart des Herrn wird uns bewusst, dass wir vor dem Allmächtigen gesündigt haben. Um Gottes Nähe besser spüren zu können, sollen wir uns von allem Bösen befreien. Wir bereiten uns mit dem Bekenntnis unserer Schuld vor, auf das Hören des Wortes Gottes und auf die Feier der Eucharistie.

5. Das Kyrie

"Herr, ein Huldigungsruf, der sich an den Sieger über den Tod richtet. Wir dürfen als Gläubige an diesem Sieg teilhaben. Das "Herr erbarme dich" ist erbarme dich": Das ist der Gruß der gläubigen Gemeinschaft, sie richtet sich an den, der als Erlöser und Befreier empfangen wird, an Jesus Christus. Dieser Befreier wird sich um das Los des Menschen kümmern, der sich seiner Schwäche, seiner Hilfsbedürftigkeit und seines Hungers nach Frieden bewusst ist. Das Kyrie ist viel mehr als eine flehende Bitte um Erbarmen, es ist an erster Stelle daher ein Ruf zu Christus, dem Auferstandenen, der seinen Einzug in die gläubige Gemeinschaft hält.

6. Das Gloria

Das Gloria ist ein großer Lobgesang auf Gott, den Vater, und auf seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus. Das Lied der Engel, das bei der Geburt Christi erklang, bildet den ersten Teil des Gloria.
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.“ (Lk 2,14) bekennt, dass Gott die Herrlichkeit gebührt und dass Christus den wahren Frieden bringt.
So ist Gott: Er liebt die Menschen. Und mit einer Vielzahl von Ausdrücken bezeugt die Gemeinde ihren Dank gegenüber Gott. Sie lobt, preist, rühmt und dankt dem Herrn und Gott, dem König des Himmels, dem Herrscher über das All.
Auch Christus wird in einem dritten Teil als eingeborener Sohn angesprochen, als Lamm Gottes, als Sohn des Vaters. Das Gloria wird zum Lobpreis unseres Herrn Jesus Christus.
Die Kirche verherrlicht an allen Sonntagen mit Ausnahme der Advents- und Fastenzeit und an den Hochfesten mit dem „Ehre sei Gott in der Höhe...“ Gott Vater und seinen Sohn mit diesem Lobgesang, der die Freude über Gottes Größe hinausjubelt.

7. Das Tagesgebet

Im Tagesgebet der Messfeier fasst der Priester die Gebete aller Versammelten zusammen. Es ist Zusammenfassung und Höhepunkt des Eröffnungsritus.
Dieses Gebet der Gemeinde wird getragen vom Gebet des Priesters; er erhebt Hände und Stimme zu Gott im Namen der Kirche und im Namen Christi selbst: „durch Christus, unseren Herm". Die Gläubigen schließen sich diesem Flehruf an, indem sie mit „Amen“ antworten. Christus selbst, der im "Kyrie" angerufen wurde, ist jetzt bei seinem Volk. Denn wo zwei oder drei in seinem Namen beten, ist er selbst gegenwärtig.

8. Das Lektionar

Im Christentum hat man durch alle Jahrhunderte hindurch eine große Ehrerbietung gegenüber dem geschriebenen Gotteswort in der Bibel bewahrt.
Gottes Wort erzählt uns von Gottes Größe und Macht von seiner Liebe zu seinem Menschenvolk, von Jahrhundert zu Jarhrhundert, von Geschlecht zu Geschlecht.
Mehr noch: Gottes Wort sagt nicht nur, was Gott in der Geschichte getan hat; es behält seine Wirkkraft bis in unsere Tage.
Das Buch, aus dem das Wort Gottes vorgelesen wird, heißt Lektionar. Es enthält die Texte für die Lesungen und Evangelien, den Antwortpsalm sowie den Ruf vor dem Evangelium.
Das Bewusstsein von der Heiligkeit des Gotteswortes gebietet die Verwendung des Lektionars, das nicht durch ein anderes Textbuch ersetzt werden kann.
Es wird daher mit allen Zeichen der Ehrfurcht behandelt.
Man trägt es in der Prozession und erweist ihm besondere Zeichen der Ehrfurcht und Hingabe: Weihrauch, Kerzen sowie Küssen des Buches.

9. Die Heilige Schrift in der Messfeier

Wenn wir Christen uns am Sonntag in der Kirche versammeln, wollen wir aus der Heiligen Schrift das Wort Gottes hören.
Am wichtigsten sind die Evangelien, weil sie uns die Frohe Botschaft verkünden. A, B und C sind die drei verschiedenen Leseordnungen, die in einem dreijährigen Zyklus vorgetragen werden.
So liest man im Advent aus dem Buch des Propheten Jesaja und in der Osterzeit aus der Apostelgeschichte. Die Sonntagslesungen können von den Lesungen an den Wochentagen ergänzt werden.Jedes Jahr erfahren wir dabei, wie Erwartung und Erfüllung ineinander greifen.

10. Unsere Bereitschaft zu hören

Der Wortgottesdienst in der Messe ist ein ständiger Dialog zwischen Gott und dem Gläubigen: Gott spricht und der Mensch antwortet auf Gottes Wort. Das erfordert von jedem, der Liturgie feiert, die Bereitschaft zum Hören. Denn in der Liturgie geht es viel mehr um das, was Gott uns zu sagen hat und was er für uns tut, als um das, was wir Gott zu sagen haben und was wir für ihn tun. Liturgie feiern ist zu allererst: Gott zu Wort kommen lassen. In den Lesungen spricht Gott selbst zu uns. Darum muss unsere Haltung ungeteilte Aufmerksamkeit und Bereitschaft zum Hören sein. Die Lesung des Gotteswortes ist heilig: Gott sagt uns, wer er ist, was er für uns tut und was er von uns erwartet.

11. Halleluja – Ruf vor dem Evangelium

Der Wortgottesdienst erreicht seinen Höhepunkt und seine eigentliche Mitte in der Verkündigung des Evangeliums. Die unmittelbare Vorbereitung darauf bildet der Ruf vor dem Evangelium:
Er ist eine Begrüßung des Wortes Christi und zugleich ein Begleitgesang, während sich der Priester zum Ambo begibt. Von Messdienern wird er dabei bei feierlichen Gottesdiensten mit Weihrauch und brennenden Kerzen begleitet. Der Ruf, der dabei erklingt, ist Ausdruck der festlichen Freude über das Wort Gottes und wird außer in der Fastenzeit vom Hallelujavers eingerahmt.
Christus selbst wird im Wort der Schrift gegewärtig, er selbst kommt in seinem Wort zu uns. Das ist Grund zu Freude und Lob, zu Ehrfurcht und Dankbarkeit. Deshalb erwarten alle stehend das Wort Christi.

12. Das Evangelium

Das Wort des Evangeliums ist der Mittelpunkt der gesamten Heilsgeschichte. In der Liturgie wird dies auch durch die Riten ausgedrückt, die die Verkündigung des Evangeliums umgeben: das Kreuzzeichen auf Buch, Stirn, Mund und Brust, der Weihrauch und der Kuss des Evangeliars.
Auf diese Weise wird die Lesung des Evangeliums mit mehr Ehre umgeben als die vorangegangenen Lesungen.
Die Verkündigung des Evangeliums geschieht jedes Jahr mit
wenigen Ausnahmen anhand eines bestimmten Evangeliums. So wird
im Lesejahr A das Matthäusevangelium gelesen, im Jahr B aus Markus und im Jahr C aus Lukas. Das Johannesevangelium wird über mehrere Jahre verteilt meist zu bestimmten Zeiten (z.B. an Ostern) gelesen. Heuer haben wir das Lesejahr C.
Jeden Sonntag werden wir so mit der Frohen Botschaft vertraut gemacht.

13. Die Homilie

Nach den Lesungen aus der Heiligen Schrift ergreift der Priester, der in der Liturgie in seiner Person den Herrn vergegenwärtigt, das Wort um Christi Wort zu verkünden und auszulegen.
Dies geschieht in der Predigt bzw. Homilie.
Sie ist an allen Sonn- und gebotenen Feiertagen zu halten. Das Ziel der Predigt ist, dass den versammelten Gläubigen klar wird, dass das oben gehörte Schriftwort der Lesungen jetzt in Erfüllung geht.
Die Predigt ist eine Art, wie Christus zu seinem gläubigen Volk spricht. Aus diesem Grund hat die Kirche die Befugnis zur Verkündigung und Auslegung der Frohbotschaft dem geweihten Amtsträger (Priester oder Diakon) vorbehalten.
Im Allgemeinen geht die Predigt von der verkündigten Schriftlesung aus und gibt dazu eine Auslegung im Hinblick auf das heutige Leben der Gläubigen.
Es geht darum zu entdecken, was Gott von uns verlangt und dass wir danach leben: "Nicht mein, sondern dein Wille geschehe".

14. Das Glaubensbekenntnis

Nach der Predigt sprechen wir das Glaubensbekenntnis. Ein wichtiger Bestandteil des Taufsakramentes ist das Glaubensbekenntnis. Auch bei hl. Kommunion, Firmung und in der Osternacht erneuern wir unseren Glauben, in dem wir dreimal antworten: "Ich glaube". Dieser Glaube ist die Grundlage für die Zusammenkunft, das Fundament der Eucharistiefeier. Seit der Taufe sind wir Kinder Gottes, Mitglieder seiner Familie, der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Das Credo ist eine Zusammenfassung der Heilskunde. Wir wollen damit zeigen, dass wir das Wort der Schrift in der Kirche angenommen haben und Zeugnis davon geben, wenn wir alle gemeinsam das Glaubensbekenntnis beten.

15. Die Fürbitten

Die Fürbitten sind gleichsam die natürliche Konsequenz der vorausgegangenen Teile des Wortgottesdienstes. Gott selbst hat erklärt, dass er uns alles geben werde, was wir nötig haben. Daher dürfen wir Gott unsere Anliegen und Nöte im Einzelnen vorlegen.
Die Fürbitten bilden den Abschluss des Wortgottesdienstes. Die
Gemeinde gibt in gewissem Sinn Antwort auf das Wort Gottes, das sie empfangen hat.
Nach der Einladung zum Gebet durch den Priester werden die Anliegen genannt, in denen gebetet wird. Die Gläubigen bitten zuerst für die Kirche, dann für die Regierenden, dann für das Heil der ganzen Welt. Zum Schluss für die Ortsgemeinde und die versammelten Gläubigen.
Der Priester schließt die Fürbitten mit einem Gebet ab, das die Intentionen zusammenfasst und das er im Namen aller Gläubigen spricht.

Gabenbereitung

16. Altar - Tisch des Herrn

Während der Wortgottesdienst weitgehend vom Ambo aus gehalten wurde, wird in der Eucharistiefeier nun der Altar zum Zentrum des liturgischen Handelns.
Zunächst werden die Gaben, die Leib und Blut Christi werden sollen, zum Altar gebracht. Der Altar, Tisch des Herrn und Mittelpunkt des gesamten eucharistischen Geschehens, wird für die heilige Handlung bereitet.
Auf dem Altar wird Christus auf sakramentale Weise in den Gaben von Brot und Wein gegenwärtig.
Um den Altar versammelt sich das Gottesvolk zur feierlichen Teilnahme am Mahl des Herrn.
Das Kreuz neben dem Altar weist hin auf das Opfer Christi, an dem wir Anteil erhalten, indem wir von diesem Tisch essen. Das Geheimnis des Altares wird ehrfürchtig gefeiert, denn sooft die Gedächtnisfeier des Kreuzesopfers begangen wird, vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung.

17. Anbetung als Grundhaltung

Während im Wortgottesdienst die Bereitschaft, auf das Wort Gottes zu hören, im Mittelpunkt stand, so tritt in der Eucharistiefeier die Anbetung in den Vordergrund. In der Eucharistie wird Christus persönlich gegenwärtig. Die aktive Teilnahme der Gläubigen an der Eucharistiefeier ist nur dann möglich, wenn der äußeren Teilnahme auch die innere Haltung entspricht. Diese Haltung ist die Anbetung des Leibes Christi, der uns als Speise und Heil gegeben ist.

18. Die Gaben: Brot und Wein

Zu Beginn der Gabenbereitung wird der Tisch des Herrn bereitet: Kelch und Patene, Corporale und Purifiaktorium werden zum Altar gebracht, danach Brot und Wein.
Auf dem Corporale, einem quadratischen Tuch aus Leinen, werden die verwandelten Gaben stehen. Das Purifikatorium ist ein kleines Tuch zum Austrocknen des Kelches und zum Abwischen des Mundes nach der Kelchkommunion.
Der Priester nimmt die Gaben entgegen und stellt sie unter Gebeten auf das Corporale.
Das Brot, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, soll vor dem Angesicht Gottes Brot des Lebens werden.
Die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit soll zum Kelch des Heiles werden.
Der Gesang der Gemeinde begleitet dieses Geschehen.

19. Kollekte und Händewaschung

Das Fürbittgebet für die Nöte der Kirche und der Welt wird bekräftigt durch unseren Beitrag zur Kollekte, die für die Armen und für allgemeine Bedürfnisse der Kirche bestimmt ist. Das Rundgehen mit dem Sammelkörbchen beweist, dass jeder, der bei Christus sein will, auch tatsächlich an Christi Sorge für die Armen und Notleidenden teilnehmen kann. Früher bestand diese Kollekte im Einsammeln von Naturalien, die an die Armen und Notlei­denden verteilt wurden. Ein Teil dieser Gaben Brot und Wein wurde anschließend für die Messfeier verwendet. Heute bringen die Ministranten Brot und Wein zum Altar. Bei festlichen Gottesdiensten ge­schieht dies auch in einer Gabenprozession durch andere Personen. Nachdem der Priester die Gaben in Empfang genommen hat, wäscht er seine Hände. Früher war die Händewaschung eine einfache Notwendigkeit nach dem Einsammeln der Gaben. Heute hat sie einen tieferen Sinn. Sie wurde zum Zeichen der inneren Reinigung aus Ehrfurcht gegenüber Christus

20. Gabengebet

Die Einladung zum Gabengebet ist umfassender als das einfache „Lasset uns beten ...“ Es sind Ziel und Inhalt vorgegeben. Der Priester schickt das Gebet der Gläubigen auf den Weg zu Gott. Die Gaben sind bereitet. Das Opfer wird nun dargebracht. Jesus Christus kommt zu uns. Wir beten zu Gott, dass er unser Opfer annehme und mit Wohlgefallen auf uns schaue. "Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle."
Das Gabengebet ist ein Schlussgebet für den Ritus der Gabenbereitung und zugleich eine Einführung in den Höhepunkt der Feier, das eucharistische Hochgebet.

Hochgebet

21. Hochgebet

Im Zentrum des Hochgebetes stehen die Einsetzungsworte. Christus selbst hat beim Letzten Abendmahl seinen Aposteln den Auftrag gegeben, stets zu wiederholen, was er an jenem Abend tat.
Im Mittelpunkt der Einsetzungsberichte steht Jesu Segens- und Dankgebet. Es gibt mit seiner griechischen Bezeichnung „eucharistia“ dem ganzen Geschehen seinen Namen. Gott rühmen und ihm als Vater danken, ist der Sinn und Inhalt des Hochgebetes. Es sind die Worte, die Jesus beim letzten Abendmahl an Gott richtete.

22. Danksagung

Wenn wir beten, legen wir Gott oft eine Liste mit unseren Anliegen und Nöten vor, ein dringendes Flehen zu Gott, dass er uns gibt, was wir angeblich so sehr benötigen und so leidenschaftlich verlangen. Die Liturgie der Kirche hat Verständnis für unser Bittgebet. Aber die Kirche weiß, dass es nicht das wichtigste Gebet sein darf. Das wahre Gebet im Geist beginnt mit dem Verkünden von Gottes Größe und Heiligkeit, seiner Güte und väterlichen Fürsorge. In der Präfation wird der Grund für die tiefe Dankbarkeit genannt. Im Mittelstück der Präfation erfahren wir den besonderen Grund des Lobens und Dankens, der in den Großtaten Gottes in der Heilsgeschichte deutlich wird.

23. Sanctus

Wenn wir das Sanctus singen oder beten, bekennen wir die Herrlichkeit unseres Herren. Das Heilig, heilig, heilig knüpft dabei an dem Gesang der Engel an. Die Gemeinde übernimmt den Lobgesang der Engel und erkennt damit ehrfürchtig die Heiligkeit Gottes an.
Gleichzeitig verweist das Loblied auf Jesus Christus, und seinen Einzug in Jerusalem, während das Volk ihm zujubelte.
Wenn wir also das Sanctus singen oder beten, bekennen wir wie die Kinder von Jerusalem begeistert die Herrlich­keit unseres Herren.
So werden Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes in ihrer ganzen Fülle offenbar.

24. Epiklese

In der Epiklese bittet der Priester Gott, die dargebrachten Gaben zu heiligen, indem er seinen Heiligen Geist auf sie herabsendet. Auf diese Weise werden aus Wein und Brot der Leib und das Blut seines Sohnes Jesus Christus. Dies ist kein menschliches, sondern ein göttliches Werk. Der Priester ist dabei nicht nur Vertreter der versammelten Gläubigen, sondern er ist der Vertreter von Christus selbst. In dessen Person vollzieht er die Heiligung der Gaben.

25. Wandlung

Einsetzungsbericht und Wandlung bilden den Kern des eucharistischen Hochgebetes. Durch Christi Worte und Tun wird das Opfer vollzogen, das der Herr beim Letzten Abendmahl eingesetzt hat, da er seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein darbrachte und zugleich den Auftrag gab, dieses Mysterium weiter zu begehen. Durch den Einsetzungsbericht und die Wandlungsworte werden Brot und Wein geheiligt und dadurch zu den Gestalten erhoben, in denen Christus selbst zugegen ist. Dies ist ein großes Geheimnis der unendlichen Liebe Christi. Hier gewinnen wir Zugang zum Neuen Bund, den Christus geschlossen hat.

26. Geheimnis des Glaubens

Nach der Wandlung ruft der Priester: „Geheimnis des Glaubens!“, denn die Wandlung ist und bleibt ein großes Geheimnis, das Geheimnis des Glaubens schlechthin. Der menschliche Verstand wird dieses Geschehen niemals erforschen und erklären können. Allein die demütige Anbetung ist die angebrachte Haltung und der Priester zeigt dies, indem er nach den Wandlungsworten niederkniet.
Eucharistie feiern bedeutet auch sich klein machen und klein sein im Bewusstsein der Gegenwart Christi.
Der Ruf nach der Wandlung bringt dies zum Ausdruck und die Gemeinde bezeugt in ihrer Antwort ihren Glauben: Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir, in dieser Feier erhalten wir Anteil am Geheimnis des Erlösungsleidens, Anteil an Sterben und Auferstehung Christi.

27. Anamnese

"Tut dies zu meinem Gedächtnis" hatte der Herr beim Letzten Abendmahl gesagt. Aber es bleibt nicht beim Gedächtnis an das Abendmahl, sondern beim Gedächtnis an Jesus selbst. Wer den Wiederholungsauftrag des Herrn befolgen will, muss dies im Gedächtnis an Christi Menschwerdung und sein Ostermysterium tun.

Hier erfüllt die Kirche den Auftrag, den sie von Christus und den Aposteln erhalten hat: das Gedächtnis an Christus zu feiern. Wenn wir seines Todes und seiner Auferstehung gedenken, ist Christus selbst bei uns gegenwärtig.

28. Oblatio

Das Hochgebet enthält eine Aufopferung der heiligen Gaben "zum Gedächtnis" an das Leiden, den Tod und die Auferstehung Christi.
Christus hat im Ostermysterium das Opfer seines Lebens gebracht.
Dieses Opfer Christi wird in der Feier der Eucharistie gegenwärtig.
Gleichzeitig besteht eine Einheit zwischen dem Opfer Christi und unserem eigenen Opfer, dem Opfer der Kirche, seiner Gläubigen.
Indem wir uns selbst anbieten, erhalten wir im vollen Sinne Anteil am Erlösungsopfer Christi und wachsen auch zur Einheit untereinander zusammen.

29. Fürbitten im Hochgebet

Im eucharistischen Hochgebet preisen die Gläubigen Gott wegen seiner göttlichen Größe und Güte. Sie danken ihm für die Schöpfung der Welt, für die Erlösung durch seinen Sohn. Im eucharistischen Hochge­bet spricht die Kirche ihre Bitten aus, weil Jesus Christus für sie bei seinem Vater spricht. Der Papst und der Ortsbischof werden namentlich genannt als konkrete Führer der Kirche in Christi Namen. So wird die Verbundenheit der Gläubigen mit den Bischöfen und dem Papst zum Ausdruck gebracht. Der Priester legt Fürbitte ein für alle Gläubigen, die Lebenden und die Verstorbenen, denn das Opfer, das dargebracht wird, soll Erlösung für die Kirche und die ganze Welt bedeuten, damit alle, Lebende und Verstorbene, einst in sein Reich eingehen.

30. Schlussdoxologie

Der Abschluss, in dem der Wesenskern des christlichen Gebetes deutlich wird, ist die Schlussdoxologie des Hochgebetes. Doxologie bedeutet Lobpreis. Der Lobpreis ist an Gott den Vater gerichtet. Christus ist derjenige, durch den der Mensch Gott erreichen kann und durch Christus spricht Gott zu uns. Das große Heilsgeschehen vollzieht sich in der Kraft des Heiligen Geistes. Er ist der Geist, der die Kirche beseelt und eins macht. Der Lobpreis Gottes ist eine Verherrlichung der drei göttlichen Personen, in bezug auf das Heil, das Gott seiner Kirche schenkt.

Kommunionfeier und Abschluss

31. Das Vaterunser

Nach dem Hochgebet wird das Gebet des Herrn, das Vaterunser, gesprochen. Dabei ist sich die Gemeinde der sakramentalen Gegenwart Christi bewusst und sie weiß, dass im Vaterunser Jesu eigene Worte erklingen.
Das gesamte Gebet bekommt dadurch eine eucharistische Bedeutung.
Die Bitte um das tägliche Brot wird zur Bitte um das eucharistische Brot, um das Brot des ewigen Lebens.
„Dein Reich komme“ weist hin auf den Anbruch des Reiches Gottes, „dein Wille geschehe“ zeigt die Haltung des Gehorsams, den Willen Gottes zu beachten.
Auch wird um die Vergebung der Schuld gebetet, damit man reinen Herzens vor Gott hintreten kann, damit der Leib Gottes, den wir empfangen, uns nicht zum Gericht werde.

32. Friedensgruß

Mit den Worten "der Friede sei mit euch" erbittet der Priester im Namen der Gläubigen Frieden und Einheit für die Kirche und für die gesamte Menschheit.
Der Friedensritus der Messe ist ein erweiterter Ausdruck der Vaterunser-Bitte: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern".
Wer mit Christus verbunden ist, verschließt sich nicht vor anderen. Dies kann durch eine Geste - Friedenskuss, Umarmung, Händedruck - zum Ausdruck gebracht werden.

Die Teilnahme an der Kommunion ist nicht nur die persönliche Vereinigung mit Christus, sondern auch mit der Gemeinschaft, die um den Altar versammelt ist.

33. Brechung und Mischung

Das Brotbrechen wurde von Christus beim Letzten Abendmahl vollzogen und gab in der apostolischen Zeit der ganzen Eucharistiefeier den Namen. Das Brechen des Brotes hat nicht nur eine praktische Bedeutung, sondern zeigt, dass wir alle in der Kommunion von dem einen Brot des Lebens essen, das Christus ist. Während der Priester das Brot bricht und einen Teil davon mit dem heiligen Blut vermischt, wird das "Agnus Dei" gesprochen oder gesungen.

34. Kommunion - Leib Christi - Amen

In der Kommunion empfängt der Gläubige den Leib und bei besonderen Anlässen auch das Blut des Herrn.
Deshalb muss der Gläubige frei von einer schweren Sünde sein, andernfalls darf er an der Kommunion nicht teilnehmen.
Auch in seiner äußeren Haltung zeigt der Kommunizierende seine große Erfurcht vor dem Allerheiligsten. Er legt seine Hände kreuzförmig Übereinander, um an den Kreuzestod des Herrn zu erinnern und formt die Hände zu einem Thron.
Auf das Wort " der Leib Christi" antwortet der Gläubige "Amen", das bedeutet: "Ich glaube" und bezeugt so seinen Glauben.

35. Danksagung und Schlussgebet

Die Danksagung als das vorherrschende Element der Messfeier hat besonderes Gewicht, wenn man das kostbarste Gut auf Erden persönlich empfangen durfte: Jesus Christus. Nach dem Empfang der Kommunion empfiehlt es sich, eine Zeitlang still zu beten um zu danken. Man kann auch einen Hymnus, einen Psalm oder anderen Lobgesang gemeinsam singen. Nach dem persönlichen Danken und Bitten des Einzelnen, fasst der Priester unser aller Gebet zusammen und bringt es vor Gott. Im Schlussgebet bittet der Priester, dass die Feier des Mysteriums Frucht bringe. Es ist nicht nur der Ab­schluss der Gebetsstille, es ist auch eine Zusammenfassung und Abschluss der gesamten Liturgie.

36. Gruß - Segen - Entlassung

Am Ende der Messfeier richtet sich der Priester an die Gläubigen und beauftragt sie mit dem Segen Gottes hinauszugehen.
Vorher können noch praktische Mitteilungen für das Leben der Gemeinde erfolgen. Am Ende steht auf jeden Fall ein ausdrücklicher Gruß an die Gemeinde, die das Sakrament der Gegenwart Christi gefeiert hat: „Der Herr sei mit euch!“ Die Gläubigen antworten „und mit deinem Geiste“, denn die Wirklichkeit der Feier muss auch danach Wirklichkeit bleiben.
Der Segen Gottes soll die Gemeinde begleiten und behüten.
Alles christliche Beten beginnt und endet mit dem Kreuzzeichen. So auch die Messe.
Die Entlassung erfolgt mit den Worten „Gehet hin in Frieden!“ Gottes Nähe wurde erfahren, im Namen Gottes geht man auseinander. So antwortet die Gemeinde: „ Dank sei Gott dem Herrn.“
Auch der Priester verlässt seinen Platz, so wie er gekommen ist. Seine erste und letzte Handlung ist das Küssen des Altares.
Die ganze Hingabe gehört Christus, dem Anfang und Ende, dem Alpha und Omega aller Dinge.

Text: Liturgieausschuss des PGR St. Dionysius unter Leitung von Pfr. Ch. Burkhardt

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